Im Einsatz an der irakisch-syrischen Grenze
Syrischen Geflüchteten Hilfe und Hoffnung schenken

Ein Frachtflugzeug mit rund 20 Tonnen Hilfsgütern an Bord machte sich am 7. November von North Carolina aus auf den Weg in den Irak, um vertriebenen Syrern zu helfen. Am Montag (11.11.) landete die Maschine in Erbil im Irak, wo unser Expertenteam die Ankunft des Flugzeugs erwartete. An Bord waren Zeltplanen, Decken und Winterkleidung, die den Hilfebedürftigen Schutz vor dem anrollenden Winter und den kalten Temperaturen bieten sollen. Bei vielen der Geflüchteten handelt es sich um Frauen und Kinder, die ihre Heimat verlassen und ihren Besitz zurück gelassen haben. Die einzige Kleidung, die sie haben, tragen sie.

Bislang haben rund 15.000 Menschen, vor allem kurdische Syrer, die schwierige Reise über die Grenze in den Irak auf sich genommen und sind nun im Transitlager in Sehela angekommen.

Jetzt spenden

Seit Mitte Oktober ist ein Expertenteam von Samaritan's Purse im Irak im Einsatz. Es eilte am Abend des 21. Oktobers an die irakisch-syrische Grenze, um den dringenden Bedarf aufgrund des plötzlichen Zustroms in das Transitlager der Vereinten Nationen in Sehela zu decken. Bislang konnten um die 1.500 Hygienesets und ca. 4.000 Decken im Flüchtlingslager in Sehela verteilt werden. 

 

"Für einige Menschen ist dies das dritte, vierte Mal, dass sie vertrieben wurden. Man kann sich kaum vorstellen wie schwer dieser Verlust sein muss. Beten Sie weiter für diese Menschen, damit sie inmitten dieser Umstände, Gott, seiner Liebe, seinem Frieden, und seiner Sicherheit begegnen."

Joey Francis, Mitarbeiter von Samaritan's Purse

Hilfe im Flüchtlingslager in Bardarash

Die meisten der kürzlich eingetroffenen syrischen Flüchtlinge sind nun im Lager Bardarash angekommen, wo Samaritan's Purse Maßnahmen für sauberes Wasser, verbesserte sanitäre und hygienische Bedingungen eingeleitet hat. Wir haben über 500 Tanks verteilt, um den Familien leichteren Zugang zu sauberem Wasser bereitzustellen. Anstatt lange Strecken zurücklegen zu müssen, um leere Kanister mit Wasser zu füllen, stellen die Tanks einen ganzen Tag lang die Versorgung ganz in der Nähe sicher. Auch dort, wo Toilettenanlagen bisher unbrauchbar waren, hat Samaritan's Purse mehr als 500 Latrinen repariert und den Flüchtlingen eines ihrer grundlegendsten Bedürfnisse zu decken.

Wir schauen weiterhin, ob es Möglichkeiten gibt, in naher Zukunft medizinische Versorgung im Lager Bardarash anzubieten. Zusätzlich zu unseren Aktivitäten im Irak arbeiten wir auch mit lokalen Partnern zusammen, um die Bedürfnisse der Vertriebenen zu decken, die sich noch im Nordosten Syriens befinden.

 

Latrine im Irak wird funktionsfähigSamaritan's Purse repariert die Latrinen im Flüchtlingslager, um eine bessere Hygiene zu gewährleisten.
Syrische Flüchtlinge im Irak in Flüchtlingslager

Ein Flüchtling sprach davon, wie viel ihm und seinen drei Söhnen das bedeutet: "Die Toiletten sind sehr wichtig für uns, damit meine Familie nicht krank wird. Meine Familie ist mir sehr wichtig - sie sind alles, was ich noch habe."
Die Bomben, die auf sein Haus fielen, veranlassten ihn und seine Familie ihre Heimat zu verlassen und zehn Tage lang zu Fuß unterwegs zu sein, bis sie den Irak erreichten. "Ich ließ alles zurück - ich verließ mein Haus, meine Schafe und das Feld, das ich habe", sagte Apo. Dennoch ist er dankbar.

Apo ist nur einer von Tausenden von syrischen Flüchtlingen, die alles zurück gelassen haben in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Beten Sie für diese Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind und Hoffnung suchen. 

"Ich habe jetzt keine Herausforderungen mehr. Es gibt hier keine Bomben, keine Flugzeuge, die uns töten. Wir fühlen uns hier sicher."

Apo, syrischer Flüchtling

Zum Hintergrund des Einsatzes
Türkische Militäroffensive in Syrien

Der Einmarsch der türkischen Streitkräfte in den Norden Syriens Anfang Oktober sei geleitet von dem Bestreben eine Sicherheitszone gegen terroristische Bedrohung ins Leben zu rufen. Da den Luftangriffen und bewaffneten Kämpfen gegen die Kurdenmiliz immer wieder Zivilisten zum Opfer fallen, befinden sich derzeit bereits über 100.000 Menschen auf der Flucht aus den betroffenen Gebieten. 

 


Diese Seite wurde erstmals am 31.10.2019 und am 12.11.2019 um 9 Uhr aktualisiert.

*Bildnachweis Header: Delil Souleiman/ Gettyimages