Wie die liebevollste Umarmung
Ein Schuhkarton in Lettland verändert Kristianas Leben
Wenn du einen Schuhkarton packst, weißt du nicht, welches Kind ihn wenig später staunend auspacken wird. Vielleicht ein Mädchen wie Kristiana?
Kristiana ist zwölf, als sie ihren Schuhkarton in einem Waisenhaus in Lettland erhält. Sie bekommt ihn zu einer Zeit, in der sie sich selbst als „das zerbrochene Kind“ bezeichnet und nicht glaubt, dass es für sie noch irgendetwas Gutes geben könnte.
Heute weiß sie, was dieser Karton in ihr ausgelöst hat:
„Einen Schuhkarton zu bekommen und zu hören, dass Jesus mich liebt, ganz gleich, was ich erlebt habe, fühlte sich an wie die liebevollste Umarmung. Es brachte Licht in eine dunkle Zeit.“
Und sie hat eine Botschaft an alle, die Schuhkartons packen: „Ich bin jedem Einzelnen von euch dankbar für euer Engagement bei ‚Weihnachten im Schuhkarton‘. Jeder Schuhkarton ist eine Gelegenheit, die Liebe und das Licht von Jesus mit Kindern auf der ganzen Welt zu teilen.“

Eine Kindheit voller Sorgen
Kristiana und ihre zwei jüngeren Schwestern wachsen ohne Vater auf. Die Alkoholsucht macht es ihrer Mutter unmöglich, sich um die Kinder zu kümmern oder eine Arbeit zu behalten. Sie bewohnen ein 100 Jahre altes Haus ohne Wasserleitung, in dem sie zum Kochen und Heizen auf einen kleinen Holzofen angewiesen sind.
Mit sechs Jahren beginnt Kristiana, sich um ihre Geschwister zu kümmern. Sie bringt sie zum Kindergarten, bevor sie selbst zur Schule geht. Oft sorgt sie sich, woher die nächste Mahlzeit kommen soll. In den folgenden Jahren wird die Lage immer schwieriger, bis die Kinder ihrer Mutter weggenommen und in ein Waisenhaus gebracht werden.
„Ich musste mir keine Sorgen mehr um Mahlzeiten oder meine Sicherheit machen und konnte den Luxus von warmem Wasser genießen. Doch während es äußerlich besser aussah, fühlte ich mich innerlich zerbrochen. Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit wohnten in meinem Herzen, und ich glaubte nicht, dass es für mich noch etwas Gutes geben könnte.“
Glaube, Hoffnung und Liebe
Dann gibt es eines Tages eine besondere Veranstaltung im Waisenhaus: Musik läuft. Auf der Bühne im Saal hängen bunte Plakate und Ehrenamtliche begrüßen die Kinder mit strahlendem Lächeln. Kristiana ist mitten in einer Schuhkarton-Verteilung!




„Ich bin nie mit Geschenken zu Weihnachten oder zum Geburtstag aufgewachsen. Der Schuhkarton in meiner Hand war das größte Geschenk, das ich je bekommen hatte. Ich erfuhr von Jesus und seiner Liebe zu mir“, sagt Kristiana über diesen besonderen Tag.
„Ich erfuhr, dass er mich, das zerbrochene Kind, liebt.“
In ihrem Schuhkarton findet sie eine Haarbürste und Haargummis, Schulsachen und Aquarellfarben. Außerdem liegt in der Schachtel ein Foto des Mädchens, das den Karton gepackt hat. Es posiert darauf in einem wunderschönen blauen Kleid.

„Dieses Bild in meinem Schuhkarton gab mir das Gefühl, gesehen zu werden, und es schenkte mir Hoffnung“, sagt Kristiana.
Gott gebraucht dieses mit Gebet gepackte Geschenk, damit Kristiana Jesus kennenlernen kann. Damit beginnt ihr Leben im Vertrauen auf Gott und seine Pläne für sie. Und sie lernt, ohne Unterlass zu beten (1. Thessalonicher 5,17).
Eine unerwartete Zukunft
Als Antwort auf diese Gebete werden die mittlerweile 17-jährige Kristiana und ihre Schwestern, 15 und 12 Jahre alt, von einem christlichen Ehepaar aus dem US-Bundesstaat Georgia adoptiert.
Jahre später bereitet sich Kristiana darauf vor, zum ersten Mal öffentlich davon zu erzählen, wie Gott durch ein Schuhkarton-Geschenk in ihrem Leben gewirkt hat. Dabei stößt sie auf ein Foto von sich am Abend ihres Abschlussballs. Sie sieht es lange an – und ihr kommen die Tränen. Sie trug ein blaues Kleid, in genau derselben Farbe wie das Mädchen auf dem Foto in ihrem Schuhkarton, so viele Jahre zuvor.
„Gott hat einen Schuhkarton gebraucht, um mein Leben auf eine Weise zu verändern, die ich mir nie hätte erträumen können.“
Heute packt Kristiana selbst Schuhkartons voller Spielzeug und anderer schöner Dinge, um Jungen und Mädchen auf der ganzen Welt das Evangelium von Jesus Christus weiterzugeben.




„Ich bin dankbar für jeden gepackten Schuhkarton, denn jeder Schuhkarton ist eine Gelegenheit, Gottes bedingungslose Liebe mit Kindern zu teilen und sie daran zu erinnern, dass sie geliebt werden und dass sie wichtig sind. Ihr bewirkt einen Unterschied, der für die Ewigkeit Bestand hat.“
