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Hilfe für Nepal
Nach der Flut kehrt Hoffnung zurück

„Ich bin nicht besiegt. Ich kann wieder aufstehen.“

Als Narayan* an jenem Morgen mit seiner Familie beim Frühstück saß, klingelte das Telefon. Ein Freund warnte ihn: Eine gewaltige Flutwelle sei auf dem Weg in seine Heimatstadt Devighat. Narayan, der von der Hühnerzucht lebt, blickte aus dem Fenster hinunter zu seinen Ställen – und sah, wie der Fluss Trishuli zu steigen begann.

„Zuerst trat der Fluss nur langsam über die Ufer. Aber innerhalb von zwei Minuten war meine gesamte Geflügelfarm komplett von der Flut weggerissen“, erzählt er. „Da wussten wir: Wir können nicht länger zu Hause bleiben.“

Narayan* brachte seine Familie in Sicherheit und musste mit ansehen, wie die reißenden Wassermassen nicht nur seine Existenz – 1.300 Hühner – sondern auch das zweistöckige Haus zerstörten, in dem er seine beiden Kinder großgezogen hatte.

Zerstörung in Nepal
Zerstörung in Nepal

Eine Flutwelle aus Eis und Gestein

Am 26. August löste ein gewaltiger Gletscherabbruch nahe der Grenze zwischen Nepal und China eine Flutwelle aus, die sich entlang der Flüsse Lende Khola und Trishuli Khola nach Süden wälzte. Was zunächst wie eine dunkle Wolke aussah, wurde in Sekunden zu einer tosenden schwarzen Mauer aus Wasser, Fels und Eis – über 100 Kilometer weit, mehrere Distrikte im Norden Nepals verwüstend. Mehr als 1.400 Menschen verloren ihr Leben.

„Nach und nach war alles, was ich mir über so viele Jahre erarbeitet hatte, verloren“, sagt Narayan*. „Ich muss wieder bei null anfangen.“

Zerstörtes Zuhause in Nepal
Familie inmitten der Zerstörung in Nepal

Hilfe, die ankommt

Samaritan's Purse reagierte sofort mit einem Team von Katastrophenhelfern, das eng mit örtlichen Behörden und christlichen Partnern zusammenarbeitet, um Hilfe im Namen Jesu zu leisten. Neben Hilfsgütern, die vor Ort beschafft wurden, landete unsere eigene Frachtmaschine mit über 36 Tonnen Hilfsgütern in Nepal – darunter Hygienesets, Solarlampen und Wasserfilter.

„Diese Dörfer sind vollkommen zerstört“, berichtet Darren Tosh, Teamleiter von Samaritan's Purse vor Ort. „Wir sind hier, um diesen Gemeinschaften mit akuter Nothilfe wieder Hoffnung zu bringen.“

 

Gemeinsam mit mehreren christlichen Gemeinden und Kirchen wurden Verteilaktionen in drei der am schwersten betroffenen Distrikte organisiert. Als Narayan* bei einer dieser Verteilungen ankam, erhielt er Plane für einen Notunterschlupf, eine Decke, ein Hygieneset und eine Solarlampe. Besonders dankbar war er für den Wasserfilter und den Wasserkanister – seine Familie hatte tagelang keinen Zugang zu sauberem Wasser gehabt.

„Wir hatten noch einen Vorratstank für die Hühner, aus dem wir sechs Tage lang getrunken haben“, erzählt er. „Der Wasserfilter wird uns sehr helfen.“

Unser Frachtflugzeug wird entladen
Hilfsgüter erreichen ein Verteilzentrum
Vorbereitung der Ausgabe

Narayan* diente 17 Jahre in der nepalesischen Armee. Diese Stärke trägt ihn auch jetzt: „Ich bin nicht besiegt. Ich kann wieder aufstehen.“

Devanand Kadariya vom Nepal Baptist Church Council, einem unserer vertrauenswürdigen Partner vor Ort, begegnet Menschen wie Narayan* mit einem klaren Auftrag: 

„Wir lieben Menschen, so wie Christus Menschen liebt – ob sie Christen sind oder nicht. Es ist unsere Pflicht, unseren Nächsten zu lieben wie uns selbst. Das ist unsere Gelegenheit, Menschen in Not zu helfen.“

Große Dankbarkeit zeigt sich auf den Gesichtern
Kinder auf dem Weg nach Hause

Trost für eine erschöpfte Seele

Auch Rameswori* denkt jede Nacht an die Flut. In der Stadt Bhaise erlebte sie mit, wie eine über neun Meter hohe Wasserwand ihre Heimat verschlang und zwei ihrer Angehörigen das Leben kostete.

„Ich träume jede Nacht von der Flut, und wenn ich diesen Traum habe, ist mein Herz voller Angst.“ 

 

Zunächst wollte sie ihrer Schwester nicht glauben, dass das Wasser auf sie zukam. Als sie schließlich nach draußen trat, stieg es bereits. Wegen Knieschmerzen und einem kürzlich gebrochenen Fuß war sie auf die Hilfe eines Nachbarn angewiesen, der sie an der Hand auf höheres Gelände brachte. Von dort sah sie mit an, wie die Flut ihr Zuhause fortriss.

Große Dankbarkeit in Nepal
Hilfsgüter werden nach Hause getragen

„Mein Haus war wunderschön – voller Gärten, voller Blumen. Es war wie ein kleines Paradies“, erinnert sie sich. „Wenn ich daran zurückdenke, bricht es mir erneut das Herz.“

Rameswori* brauchte mehr als nur praktische Hilfe – sie brauchte Ermutigung. Bei einer unserer Verteilaktionen erhielt sie beides: 

„Die Unterstützung, die andere Flutopfer und ich heute erhalten haben, hat uns Hoffnung gegeben. Es zeigt uns: Unsere Gemeinschaft ist nicht vergessen. Dafür sind wir sehr dankbar.“

Zehn Jahre nach dem Erdbeben – wieder an der Seite Nepals

Die Flutkatastrophe traf Nepal gut zehn Jahre, nachdem ein Erdbeben der Stärke 7,8 rund 9.000 Menschenleben forderte. Schon damals war Samaritan's Purse mit Nothilfe vor Ort und blieb drei Jahre, um beim Wiederaufbau zu helfen – darunter auch die neue Kirche von Pastor Ishwor.

„Ich habe dafür gebetet, dass Samaritan's Purse wiederkommt und hilft“, sagt Ishwor Pudasaini, der seit 25 Jahren eine Gemeinde im Distrikt Nuwakot leitet. „Als unsere Kirche beim Erdbeben einstürzte, unterstützte uns Samaritan's Purse mit Freiwilligen und Baumaterial für ein neues Gebäude. Sie haben nicht nur unserer Kirche geholfen, sondern der ganzen Gemeinschaft.“

Als Pastor Ishwor erfuhr, dass Samaritan's Purse nun auch nach Devighat kommt – der Stadt, in der er aufgewachsen ist –, um Hilfsgüter zu verteilen und die Hoffnung Jesu Christi weiterzugeben, war er erleichtert: 

„Als Pastor und Verantwortlicher für meine Gemeinde, der sich um diese Menschen sorgt, gibt es mir Mut und Zuversicht, wenn ich solch tatkräftigen Christen begegne. Ich weiß: Ich bin beim Wiederaufbau dieser Gemeinschaft nicht allein.“

Psalm 46,2

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