Boxen ohne Grenzen
Wie „Weihnachten im Schuhkarton“ Kinder in Regionen erreicht, in denen die gute Nachricht von Jesus nur schwer weitergegeben werden kann
Manchmal sind es Hunderte Kilometer Dschungel, unbefestigte Straßen oder eine tagelange Reise über das Wasser, die zwischen einem Schuhkarton und einem Kind liegen. Und manchmal sind die Hindernisse unsichtbar – aber noch schwerer zu überwinden: religiöse Restriktionen, Verfolgung von Christen, strenge Einfuhrbestimmungen, Krieg und Gewalt. „Hard-to-Reach Areas“ heißen solche Regionen bei „Weihnachten im Schuhkarton“ – schwer erreichbare Gebiete. Und dennoch gelangen Schuhkartons dorthin.
Ein besonderer Karton für schwierige Regionen
Eine wichtige Rolle spielt dabei der OSKAR, der Schuhkarton, der online gepackt werden kann. Mitmachen ist ganz einfach: Online werden Alter und Geschlecht gewählt und der Schuhkarton beauftragt. Anders als individuell zusammengestellte Geschenkpakete werden die Kartons dann zentral und nach festgelegten Kriterien gepackt. So können ihre Inhalte an besondere Einfuhrbestimmungen und kulturelle Gegebenheiten angepasst werden.

Die Verkündigung des Evangeliums geschieht durch lokale Partner und nur dort, wo es möglich und verantwortbar ist. Die Partner kennen Sprache und Kultur, wissen um mögliche Gefahren und können einschätzen, wie sie den Menschen vor Ort begegnen können.
Wie unterschiedlich solche „Hard-to-Reach Areas“ aussehen können, zeigen Geschichten aus Asien, Zentralasien und dem Amazonasgebiet.
1. Mit 100 Schuhkartons mitten in ein Kriegsgebiet
Schwere Kämpfe hatten in einer asiatischen Stadt Häuser und Geschäfte zerstört und zahlreiche Menschen das Leben gekostet. Als ein Team von „Weihnachten im Schuhkarton“ davon erfuhr, entschied es sich, mitten ins Konfliktgebiet zu fahren – zu den Kindern. 100 Schuhkartons wurden aufgeladen. Christen vor Ort sammelten zusätzlich Geld für 100 Lebensmittelpakete. Sieben Ehrenamtliche machten sich mit zwei Autos und einem Lastwagen auf den Weg. Schon am ersten Kontrollpunkt untersuchte die Polizei Fahrzeuge und Ladung genau. Je näher die Helfer der Stadt kamen, desto deutlicher wurden die Spuren des Krieges: zerstörte Häuser, leere Straßen, Blumen und Spielzeug zum Gedenken an getötete Kinder.
Während die Schuhkartons verteilt wurden, waren in der Ferne Explosionen zu hören. Die Helfer verteilten die Schuhkartons voller Geschenke und die Lebensmittelpakete, sprachen mit den Menschen, beteten mit ihnen. Eine ältere Frau, die seit mehreren Nächten nicht mehr schlafen konnte, bat von sich aus um Gebet. Christen aus der betroffenen Stadt schlossen sich dem Team an. Sie alle erlebten: Wir sind nicht vergessen. Gott hält jeden Menschen in seiner Hand.
2. Zwei kleine Hirten
In Zentralasien war Yusif*, ehrenamtlicher Mitarbeiter bei „Weihnachten im Schuhkarton“, mit Mitarbeitern unterwegs, als sie am Straßenrand zwei Jungen sahen. Gerade einmal fünf und sieben Jahre alt, hüteten die beiden eine große Schafherde. Yusif hielt an: Im Auto lagen noch einige Schuhkartons.
Der jüngere Junge reagierte zunächst misstrauisch. Warum sollten fremde Menschen ausgerechnet ihm etwas schenken? Yusif erklärte ihm, dass das Geschenk ein Zeichen der Liebe Gottes sei. Als der Junge hörte, dass auch für seinen Bruder ein Karton da war, rief er ihn aufgeregt herbei. Es wurde eine spontane Bescherung. Ohne Lieder, Programm und Publikum. Nur zwei glückliche Kinder, eine Herde, zwei Schuhkartons – und die Botschaft: Du bist geliebt von Gott und den Menschen.

3. Wo Christen Ablehnung und Verfolgung erleben
In einer kleinen Stadt in Zentralasien lebten sehr wenige Christen. Immer wieder waren sie Anfeindungen ausgesetzt. Als die Mutter der Christin Aigul* starb, wollte man ihrer Familie nicht einmal einen Platz auf dem örtlichen Friedhof geben. Trotzdem betete Aigul weiter für ihre Stadt.
Ein Pastor aus einer anderen Gegend hörte von der Bedrängnis der kleinen Gemeinde. Mit acht Mitarbeitern, drei Geländewagen und 1.000 Geschenkpaketen machte Ruslan* sich auf die zehnstündige Fahrt in die Region.
Vor Ort erklärte Ruslan einem Verantwortlichen einigermaßen forsch, weshalb sie gekommen waren: Als Christen wollten sie den Kindern Gottes Liebe zeigen. Und es zeigte sich: Gott öffnete eine Tür. Der überraschte Behördenmitarbeiter erteilte die Erlaubnis, an verschiedenen Orten Veranstaltungen durchzuführen.
Nun sprach Ruslan selbst die örtliche Sprache gar nicht. Aber er war vorbereitet: Die Botschaft, die er den Kindern bringen wollte, hatte er in ihrer Sprache auswendig gelernt. In mehreren Schulen erzählte er Kindern und Eltern von Jesus. Anschließend wurden die Schuhkartons verteilt – für viele Kinder war es das erste Geschenk überhaupt. Die Christen der Stadt trauten sich aus ihren Häusern und halfen. Diese Menschen, die selbst so viel Ablehnung erfahren hatten, kamen nun mit Geschenken zu anderen. Und Ruslan sagt:
„Gott liebt sogar seine Feinde.“
4. Bis in den Amazonas
Manchmal bedeutet „Hard to Reach“ tatsächlich: dorthin zu fahren, wo kaum eine Straße hinführt. Tief im peruanischen Amazonasgebiet leben die Chapra. Manche ihrer Dörfer sind nur mit dem Kanu erreichbar. Innerhalb von weniger als einer Woche erreichten regionale Teams von „Weihnachten im Schuhkarton“ zwölf Gemeinschaften und brachten 1.058 Kindern einen Schuhkarton – in selbst gebauten Kanus.
Im Gepäck hatten sie neben den Schuhkartons etwas ganz Besonderes: Gemeinsam mit Menschen aus der Region war „Das größte Geschenk“ in die Sprache der Chapra übersetzt worden: das erste gedruckte Buch in ihrer Sprache.
Die Menschen vor Ort entscheiden, welcher Weg möglich ist
So unterschiedlich diese Geschichten sind, eines verbindet sie: Entscheidend sind die lokalen Christen und Partner. Sie wissen, was von außen kaum beurteilt werden kann. Was kann offen gesagt werden? Wo bestehen Gefahren? Welche kulturellen Besonderheiten müssen berücksichtigt werden? Und wie können langfristige Beziehungen entstehen?
Seit Beginn der Aktion hat „Weihnachten im Schuhkarton“ Kinder in mehr als 175 Ländern und Territorien erreicht. Die Geschenkpakete erreichen Großstädte und Bergdörfer, Inseln, Dschungelgebiete und Regionen, die von Krieg und Gewalt geprägt sind. Manchmal führt der Weg der Schuhkartons zehn Stunden mit dem Geländewagen durch Zentralasien. Manchmal mitten hinein in eine vom Krieg zerstörte Stadt. Manchmal mit dem Kanu tief in den Amazonas. Und sehr oft beginnt er vor einem Bildschirm – mit einem online gepackten OSKAR. Und am Ende wartet irgendwo ein Kind.

Wenn du Kinder in schwer erreichbaren Gebieten segnen willst, dann schick gerne einen OSKAR auf die Reise. Wenn du auf einen individuellen Gruß verzichtest, dann wird dein Online-Schuhkarton bei einem Kind in einem dieser Gebiete eintreffen.