Entkommen aus der Prostitution
Wie Frauen ihren Weg in die Freiheit finden

So schnell und unbewusst Mädchen und Frauen in die Prostitution geraten, so schwer und langwierig ist der Weg hinaus. In unserem Blogbeitrag „Ticket ins Rotlichtviertel“ erzählen wir die Geschichten von Frauen, die unser Team von Alabaster Jar auf den Straßen des Berliner Rotlichtmilieus und in Bordellen kennenlernen durfte, und zeigen, auf welchen Wegen sie in die Prostitution geraten sind. Ihre Situation scheint oft ausweglos. Doch wir glauben: Ihre Geschichte ist noch nicht zu Ende.

Sind Frauen erst einmal durch Scham, Trauma, Schulden oder Drogen gefangen, ist der Ausstieg voller Herausforderungen. Und nur die wenigsten schaffen ihn tatsächlich. Aber er ist möglich.

Der erste Schritt

Frauen, die den Entschluss fassen, auszusteigen, müssen Folgendes erkennen: dass es eine andere Zukunft tatsächlich gibt und dass sie es wert sind, neu anzufangen. Dieser Schritt erfordert umfassende Unterstützung – durch das Jobcenter, soziale Beratungsstellen und vor allem durch eine neue Gemeinschaft aus vertrauenswürdigen und ermutigenden Menschen.

Hier liegt unsere Leidenschaft. Wir gehen zu den Frauen – dorthin, wo sie sind. Wir möchten, dass sie wissen: Wir sind für sie da. 

Wenn sie bereit sind, vermitteln wir sie an die passenden Hilfsangebote und begleiten sie auf jedem Schritt ihres Weges. Unser Glaube ist dabei zentral. Wir beten für ihr Leben und ihre Freiheit. Wenn sie offen für Gebet oder für das Evangelium sind, gehen wir diesen Weg gemeinsam mit ihnen.

Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!

Offenbarung 21,5

Alice

Alice aus Rumänien arbeitet seit fünf Jahren in der Prostitution. Nach einer schweren Erkrankung und mehreren Monaten im Krankenhaus erinnert sie sich an uns – an „die christlichen Frauen, die regelmäßig mit ihr gesprochen haben“. Sie besitzt noch unsere Kontaktnummer und schreibt uns, dass sie Hilfe braucht. Denn nach ihrer Entlassung hat sie keinen Ort, an den sie gehen kann.

Wir besuchen sie und fragen, ob sie bereit wäre, ein neues Leben zu beginnen. 

Sie ist voller Hoffnung! Es gelingt uns, sie in einem christlichen Schutzhaus in einer anderen Stadt unterzubringen. Schritt für Schritt beginnt sie neu. Inzwischen hat sie einen Minijob. Es ist nicht leicht, mit wenig Geld auszukommen, doch sie lernt, dass Neuanfänge oft herausfordernd sind.

Alice bittet um Gebet und will mehr über den Jesus erfahren, an den wir glauben. Schließlich entscheidet sie sich, ihm ihr Leben anzuvertrauen. Ihr Glaube gibt ihr jeden Tag Kraft, diesen langen und schwierigen Weg des Neuanfangs weiterzugehen.

Bettina

Bettina hat die Prostitution bereits mehrfach verlassen. Jedes Mal kehrt sie in ihre Heimat Ungarn zurück, doch bei finanziellen Schwierigkeiten kommt sie immer wieder nach Berlin. Erneut wagt sie den Ausstieg. Wir freuen uns mit ihr, sind jedoch auch vorsichtig, denn wir wissen, wie schwer es ist, wirklich dauerhaft auszusteigen.

Nach einigen Monaten in ihrer Heimatstadt zieht sie in die Hauptstadt ihres Landes, um dort einen echten Neuanfang zu wagen. 

Sie ist nun mit einem lokalen christlichen Projekt verbunden, mit dem wir zusammenarbeiten. Von dort erfahren wir, dass sie kürzlich ihr Leben Jesus anvertraut hat.

Doch dann gerät sie erneut in finanzielle Not, und jemand bietet ihr an, ein Ticket nach Berlin zu kaufen. Wieder steht sie auf der Kurfürstenstraße. Aber etwas ist anders: Sie spürt, dass sich etwas tief in ihr verändert hat. Ihr ist plötzlich so klar wie nie, dass sie nicht mehr hierhergehört. Sie kehrt nach Hause zurück und erzählt uns:

„Es war, als wäre ich gestorben und neu geboren. Ich konnte das nicht mehr tun.“

Bettina

Ivana

Ivana stammt aus einem minderheitlichen Volk in Bulgarien. Sie ist obdachlos und ihre Gesundheit verschlechtert sich immer weiter durch Drogenkonsum und das Leben auf der Straße. Für unser Team ist es unsagbar schwer, dies mit anzusehen. Wir fragen uns: Wie kann ein Freier noch immer zu einer Frau gehen, der es offensichtlich so schlecht geht? Sie will keine Hilfe, doch wir beten weiterhin für sie. Eines Tages ist sie plötzlich verschwunden. Andere Frauen berichten uns, dass sie ins Krankenhaus gebracht worden sei.

Wir beten von ganzem Herzen, dass sie die notwendige Behandlung erhält. Bei früheren Krankenhausaufenthalten wurde sie nach kurzer Zeit wieder entlassen und kehrte immer zurück auf die Straße – doch dieses Mal ist es anders. 

Bei unserem Alabaster Jar Weihnachtseinsatz 2026 erfahren wir: Sie erhält eine Suchtbehandlung und wurde in ein Zuhause gebracht, wo sie nun alle Unterstützung bekommt, die sie braucht, um ihr Leben neu zu beginnen. Gott sei Dank!

 

Auch wenn wir den Frauen nicht immer direkt und unmittelbar helfen können, hört Gott unsere Gebete und schickt Menschen, die ihnen helfen. Unsere Gebete sind mächtig. ❤️

Erfahrt in unserem Alabaster Jar Gebetskalender 2026 mehr über unsere Gebetsanliegen und betet gemeinsam mit uns:

GEBETSKALENDER 2026

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