In den Empfängerländern arbeiten wir mit Kirchengemeinden verschiedener Konfessionen zusammen. Sie wissen, wo die Not am größten ist und ihre Aufgabe ist es, bedürftige Kinder auszuwählen. Dafür wenden sie sich beispielsweise an Jugendämter, Sozialbehörden oder karitative Einrichtungen oder gehen selbst auf Familien in sozialen Brennpunkten zu. Unsere Partner genießen dabei unser vollstes Vertrauen.
In Einzelfällen kann es vorkommen, dass ein Schuhkarton auch an Kindern aus besseren sozialen Hintergründen verteilt wird, z. B. bei Verteilungen in Schulen in sozial schwachen Gebieten. Das Ausschließen von Kindern aufgrund ihrer sozialen Situation wäre aus unserer Sicht diskriminierend. Unsere Partner sind sehr bemüht, solche Situationen möglichst auszuschließen, indem sie z.B. Kinder aus sozial schwachen Familien gezielt zu einer Weihnachtsfeier in die Kirchengemeinde oder die Stadthalle einladen.
Die meisten Empfängerländer haben zudem strenge Auflagen, wenn es um die direkte Verteilung von Hilfsgütern (zu denen per Definition die Geschenkpakete zählen) geht.
So müssen z. B. in der Republik Moldau folgende Informationen bereitgestellt werden:
- eine Empfängerliste mit Ort
- der Verteilpartner und die Verteilform (z.B. Baptistengemeinde XY, Weihnachtsfeier mit Einladung durch die Sozialstation an Kinder aus XY in Stadthalle XY am … Datum …)
- Nachweis der Bedürftigkeit der Kinder (z. B. Kinder laut Sozialhilfeliste des Amtes XY)
- Angabe, dass bzw. wie viele der Empfängerkinder zum ersten Mal ein Geschenk erhalten haben
- Bestätigung, dass im Vorfeld einer Weihnachtsfeier eine Schulungsveranstaltung für die Partner stattgefunden hat
- Abschlussbericht nach der Verteilung
- Nachweis über ordnungsgemäße Durchführung der Veranstaltung, ggf. mit Stempel / Unterschrift eines Amtsträgers, der bei der Verteilung dabei war (z. B. Angestellter des Sozialamtes)
Dennoch kann durch Bilder oder durch das Antwortschreiben eines Kindes der Eindruck entstehen, dass die Kinder womöglich nicht bedürftig sind. Aus eigener Erfahrung unserer Reisen wissen wir, dass der äußere Eindruck täuschen kann. Wer die Kinder zu Hause besucht, entdeckt möglicherweise eine fünfköpfige Familie, die in einem winzigen Haus mit nur einem beheizten Zimmer, ohne Toilette, ohne Strom, ohne fließend Wasser lebt. Viele Menschen bewahren sich dennoch inmitten ihrer Armut einen Rest Würde, indem sie großen Wert auf die äußere Erscheinung legen. Sollte es dennoch einen begründeten Verdacht geben, dass hier etwas schiefgelaufen sein könnte, haben wir die Möglichkeit über die Adresse schnell die Hintergründe der Verteilung aufzuklären.