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NOTHILFE IM SUDAN EINGETROFFEN
Samaritan’s Purse bringt tonnenweise Lebensmittel nach Kordofan

24. APRIL 2024  |  SUDAN

Update 21.05.
Ein Frachtflugzeug mit über 1.200 Rollen, bestehend aus Planen für Notunterkünfte, ist Anfang Mai im Sudan gelandet. Das strapazierfähige Material wird rund 42.000 notleidenden Menschen dringend benötigten Schutz bieten.
4.000 Tonnen Lebensmittel hat Samaritan’s Purse bereits zu den hungernden Menschen in Kordofan, Sudan, gebracht. Die Lebensmittelkörbe, die Teil unserer Nothilfe sind, gehen an Familien in überfüllten Flüchtlingslagern in der abgelegenen Region. Bislang wurden die Lieferungen an mehr als 20.000 Männer, Frauen und Kinder in großer Not verteilt, weitere Konvois mit Lebensmitteln sind unterwegs.
Ebenso bietet Samaritan's Purse mobile medizinische Versorgung in Flüchtlingslagern an - eine wichtige Maßnahme für die Binnenvertriebenen, die keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung haben.

Mehr als 700.000 Menschen haben in der Region Zuflucht gesucht, nachdem sie vor dem gewalttätigen Konflikt geflohen sind, der den Sudan im vergangenen Jahr heimgesucht hat.

Ernährungskrise in Kordofan

Nothilfe im Sudan eingetroffen
Nothilfe im Sudan eingetroffen
Nothilfe im Sudan eingetroffen

In Kordofan im Süden Sudans haben eine misslungene Hirse-Ernte und der plötzliche Bevölkerungsanstieg die ohnehin schon schlimme Ernährungskrise in der Region noch verschärft. Zehntausende stehen vor dem Hungertod und viele durchwühlen den Boden und die kahlen Bäume nach Samen, Unkraut und Blättern, um sie zu verzehren. Kinder gehören zu den am meisten gefährdeten Gruppen und sind von schwerer Unterernährung bedroht.

Die Hilfskonvois, die Samaritan’s Purse in den letzten Wochen geschickt hat, ergänzen die allgemeine Nahrungsmittelhilfe, die wir bereits an die einheimische Bevölkerung verteilt haben.

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Nothilfe im Sudan eingetroffen
Diese Mutter hat Nahrungsergänzungsmittel für ihr unterernährtes Kind erhalten. Im letzten Monat sind bereits 23 Kinder gestorben.

Zur Flucht gezwungen

Amiras* Augen sind voller Schmerz. Sie quält nur eine Frage: Sind meine Kinder noch am Leben? Vor zwei Monaten musste sie Hals über Kopf aus ihrer Heimatstadt im südlichen Sudan fliehen, nachdem bewaffnete Männer plötzlich in ihren Straßen auftauchten, Frauen vergewaltigten und Männer wahllos töteten. Ihr blieb keine Zeit, um nachzudenken – sie packte vier ihrer Kinder und floh um ihr Leben. Doch drei ihrer sieben Kinder waren bei ihrer Schwester am anderen Ende der Stadt! Zerrissen voller Angst und dem Wunsch, alle ihre Kinder zu schützen, traf sie die furchtbare Entscheidung, mit ihren vier Kindern in die Wildnis zu fliehen. Zwei Tage lang durchquerten Amira und ihre Kinder die trostlose Landschaft auf der Suche nach Zuflucht und Sicherheit.

„Ich schlafe nicht. Ich denke ständig an meine Kinder und daran, ob sie noch am Leben sind“,

erzählt Amira. Seit ihrer Flucht hat sie weder von ihrer Schwester noch ihrem Mann gehört, der in den Konflikt hineingezogen wurde.

*Name aus Sicherheitsgründen geändert

Nothilfe im Sudan eingetroffen
Amira musste drei ihrer Kinder auf der Flucht zurücklassen. Jetzt lebt sie zusammen mit ihrer blinden Mutter und vier Kindern im Flüchtlingslager.

Derzeit lebt Amira mit vier ihrer Kinder in einem Binnenflüchtlingslager in Kordofan. Sie haben wenig zu essen, kein Land und keine Hoffnung.

Nahrung bringt Hoffnung

In all der Verzweiflung gibt es für Amira und viele andere einen Hoffnungsschimmer. Sie ist eine der vielen Binnenvertriebenen, die seit Beginn unserer Nahrungsmittelsoforthilfe von Samaritan’s Purse mit Nahrungsmitteln versorgt wurden. Die Familien erhalten einen Korb mit Mais, Bohnen, Salz und Öl, der sie einen Monat lang ernähren kann. Schwer unterernährte Kinder können auch eine spezielle, nährstoffreiche Erdnusspaste erhalten.

„Ich war überrascht, als ihr mit Lebensmitteln hierherkamt“, erzählt Amira. „Ich war sehr glücklich.“

Neben der wichtigen Nahrungsmittelhilfe können Amira und ihre Familie auch von anderen Projekten von Samaritan’s Purse in ihrem Flüchtlingslager profitieren. Dazu gehören medizinische Einsätze mit Untersuchungen und Bereitstellung von Medikamenten, Sanitär- und Hygieneschulungen sowie geistliche Unterstützung durch unsere Teams.

Nothilfe im Sudan eingetroffen
Nothilfe im Sudan eingetroffen
Samaritan’s Purse kümmert sich in umfassender Weise um die Geflüchteten – u. a. durch eine Apotheke und Hilfe für unterernährte Kinder.

„Dies sind lebensrettende Nahrungsmittel“, sagte Nkosana Lawrence Sengwayo, technischer Berater für Nahrungsmittelhilfe bei Samaritan’s Purse. Er fährt fort: „Wegen des Krieges hatten die Menschen keinen Zugang zu ihren normalen Anbauflächen. Und wenn sie es konnten, waren sie nur in der Lage, nach der Hungersnot Lebensmittelvorräte für etwa zwei Monate zu ernten. Stellen Sie sich vor, Sie hätten zehn Monate lang nichts zu essen!“

Der Bedarf ist überwältigend

Während der Konflikt im Sudan anhält, kommen jeden Tag Scharen von Menschen hungrig und krank in den Lagern an. Die Not ist groß und die Zeit drängt. Samaritan’s Purse wird weiterhin große Lkw-Konvois mit Nahrungsmitteln schicken, bis die Regenzeit einsetzt und die unbefestigten Straßen überflutet werden. Bis Ende Mai wird erwartet, dass ganz Kordofan für den Fahrzeugverkehr zu sumpfig und unbefahrbar sein wird.

Nothilfe im Sudan eingetroffen
Das Leben im Flüchtlingslager ist schwer und täglich kommen neue Geflüchtete dazu.

Die Bedingungen in den Lagern verschlechtern sich, da immer mehr Menschen ankommen. Offene Defäkation kann zur Verbreitung von Krankheiten führen, die durch Wasser übertragen werden, besonders wenn es regnet. Samaritan’s Purse bekämpft dieses Problem durch die Einrichtung von Latrinen und das Bohren von Brunnen.

„Ich kann nicht beschreiben, was Samaritan’s Purse in meiner Gegend geleistet hat“, sagt einer der örtlichen Leiter bei einer unserer Lebensmittelverteilungen.

„Diese Menschen sind auf der Flucht vor den Kämpfen. Sie haben keinen Ort, an den sie gehen können und niemanden, der ihnen hilft, aber Samaritan’s Purse hilft ihnen. Aber es gibt immer noch so viele meiner Leute, die nichts zu essen haben“,

fügt er hinzu.

Nothilfe im Sudan eingetroffen
Das Essen ist knapp. Viele Familien essen deswegen Blätter von den Bäumen.

Für Amira sind die von Samaritan’s Purse gebrachten Lebensmittel eine Erinnerung daran, dass Gott sie nicht vergessen hat.

„Ich glaube, dass alles, was passiert ist, Gottes Wille war“, sagt Amira, eine Christin inmitten einer muslimischen Mehrheit.

„Die Bibel sagt, dass es Krieg, Hunger und Leid geben wird, aber wir können in Gott Kraft finden.“

Nothilfe im Sudan eingetroffen
Nothilfe im Sudan eingetroffen
Wenn Menschen inmitten von Not Hilfe erleben, dann blüht Hoffnung auf. Danke an jeden, der durch seine Spenden und Gebete das möglich macht.

Amira bittet um unser Gebet. Betet für den Frieden im Sudan und für die Menschen, die aufgrund dieser Krise hungern müssen. Betet, dass Amira eines Tages wieder mit ihren Kindern vereint sein wird. Und unterstützt uns mit eurer Spende, damit wir vor der Regenzeit noch viele Nahrungsmittel-Konvois zu Menschen wie Amira bringen können.

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